Feldsalate, regional auch Acker-, Nüssli-, Mausohr-, Vogerl- oder Wingert- (Weingarten-)Salat, Rapünzchen oder Sonnenwirbele genannt, sind eine rund 80 Arten umfassende Gattung kleiner Rosettenpflanzen, die bis heute auch noch wild gesammelt werden. Die bekannteste, züchterisch am intensivsten bearbeitete Art ist der Gewöhnliche Feldsalat.

Wissenschaftlicher Name
Valerianella locusta (L.) Laterr.

Saat / Pflanzung / Ernte
Aussaat: im Freiland ab August und für die Überwinterung bis September
In landwirtschaftlichen Betrieben wird der Feldsalat heute überwiegend ins Freiland, in unbeheizte Gewächshäuser oder in Folientunnel gepflanzt.
Ernte: Oktober bis März

Saat-/Pflanzhinweise
Benötigt ein gut abgesetztes Saatbett.
Mit 1 – 2 cm Tiefe möglichst flach ausäen. In der Landwirtschaft gelten je nach Sorte 2 – 3 cm Kornabstand als ausreichend, wir empfehlen 5 – 10 cm.
Geerntet wird die ganze Pflanze. Ein kurzer Wurzelansatz bleibt stehen, damit die Rosette nicht zerfällt.

Pflege
Regelmäßiges Jäten und Hacken sind unbedingt erforderlich.

Häufige Probleme
Mehltaupilze und Fäule treten vor allem bei zu dichtem Stand der Pflanzen auf. Blattläuse, Milben, Schmetterlingsraupen sind an Feldsalat eher selten.

Gute Nachbarn
Endivie, Erbse, Feldsalat, Gurke, Salat, Salbei, Sellerie und Zichorie. Mögliche Vorfrüchte sind z.B. Bohnen, Erbsen, Kartoffel, Möhre und Soja, mögliche Nachfrüchte: Gurke, Kartoffel, Möhre, Pastinak und Mais.

Schlechte Nachbarn
Gartenbohne, Gurken, Kürbis, Tomate, Zucchini.

Ertrag
etwa 0,1 kg je laufenden Meter.

Lagerung
Feldsalat ist nach der Ernte sehr empfindlich und welkt leicht. In luftdichter Verpackung hält er im Kühlschrank nur wenige Tage, kühl und schattig im Freiland gelagert (Balkon) etwas länger.

Der einjährig-überwinternde Feldsalat hat geringe Temperaturansprüche und wächst auch auf nährstoffarmen Böden gut, entfaltet dort sogar ein intensiveres Eigenaroma. Gesät wird im August.
Feldsalat ist ein Flachwurzler, der ein gut abgesetztes Saatbett benötigt. Als Dunkelkeimer sollte er aber mit 1 – 2 cm Tiefe möglichst flach gesät werden. In der Landwirtschaft gelten je nach Sorte 2 – 3 cm Kornabstand als ausreichend. Wir lassen den Einzelpflanzen mit 5 – 10 cm Kornabstand deutlich mehr Platz für eine optimale Entwicklung der Blattrosetten. So verringert sich auch der Krankheitsdruck, insbesondere durch Mehltau.
Anfangs wachsen die Pflanzen schwach und sind entsprechend konkurrenzschwach gegenüber Unkräutern. Regelmäßiges Jäten und Hacken sind daher erforderlich.
Geerntet wird die ganze Pflanze. Ein kurzer Wurzelansatz bleibt stehen, damit die Rosette nicht zerfällt.

Fun Facts
Die Bezeichnung “Rapunzel” gilt heute als Oberbegriff für den Feldsalat (richtiger: Rapünzchen) und für weitere als Salat genutzte Pflanzen, darunter die Rapunzel-Glockenblume, die Teufelskrallen-Arten (Phyteuma spp.), der Großen Frauenspiegel und die auch als Schinkenwurz bekannte Gemeine Nachtkerze. Um welche Pflanze es sich im gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm tatsächlich gehandelt hat, ist bis heute strittig. Da sich (lat.) rapum auf eine verdickte Wurzel bezieht, scheiden die meisten der vorgenannten Arten eigentlich aus.

Zur Pflanze
Der Feldsalat ist hauptsächlich als Gemüse bekannt. Er tritt aber auch als Wildpflanze und sogar als Unkraut auf. Die ein- bis zweijährigen Pflanzen aus der Familie der Baldriangewächse sind klein. Sie blühen nach der Überwinterung schon sehr zeitig im Frühjahr. Der erwerbsmäßige Anbau ist erst seit dem 20. Jahrhundert belegt, von Frankreich ausgehend dehnte er sich über Belgien und die Schweiz bald nach Deutschland aus und erfasst immer mehr Länder. Inzwischen wird er sogar in den Hochlagen der Tropen und Subtropen kultiviert.

Nutzung und Sorten
Feldsalat ist ein beliebtes Wintergemüse, das besonders gern roh verzehrt wird. Aus dem stets wechselnden Sortenspektrum seien ’Deutscher Vollherziger‘, ’Holländischer Breitblättriger‘, ’Verte de Cambrai‘ und ’Vit‘ erwähnt. Die im Handel wieder erhältliche rheinische Sorte ‘Kölner Palm‘ gehört zu einer anderen Art, dem Wollfrüchtigen Feldsalat (Valerianella eriocarpa Desv.). Diese hat hellgrüne, längliche Blätter und blüht später als der Gewöhnliche Feldsalat.

Verarbeitung
Feldsalat ist sehr aromatisch. Im Geschmack erinnert er ein wenig an Baldrian, mit dem er verwandt ist. Die sehr frostbeständigen Rosettenpflanzen können den ganzen Winter über geerntet werden.

Inhaltstoffe
Feldsalat ist reich an Folsäure und enthält doppelt so viel Vitamin C wie ein Kopfsalat. An Mineralien sind insbesondere Kalium (420 mg/100 g), Phosphor (50 mg), Kalzium (35 mg) und Magnesium (13 mg) zu erwähnen. Feldsalat enthält außerdem 35 mg Vitamin C und 3,9 mg Vitamin A.

Da der Feldsalat vollkommen winterhart ist, kann man einen Teil der Ernte auf dem Beet stehen lassen, darf diesen Abschnitt allerdings nicht mulchen. Kranke, kleine, und untypische Pflanzen werden im zeitigen Frühjahr entfernt. Nach der Blüte vergilbt der Bestand schnell. Alle 2 – 3 Tage prüfen, ob sich schon Früchte gelöst haben. Dazu eine Hand unter den Fruchtstand halten und diesen etwas schütteln. Sobald die ersten Früchte ausfallen, werden alle Pflanzen wenige Zentimeter über dem Boden abgeschnitten und auf einer Zeitung oder einem Tuch ausgebreitet. Luftig und schattig gelagert, vertrocknen die Pflanzen und können nun vorsichtig von Hand ausgerieben werden. In eine flache Schüssel gegeben, lassen sich die schwereren Früchte von der leichten Spreu durch Ausblasen trennen. Die Früchte enthalten 3 Fächer, aber jeweils nur einen Samen. Das Tausendkorngewicht beträgt 0,8 – 2,1 g. Bei trockener, kühler und dunkler Lagerung bleibt die Keimkraft 3 – 4 Jahre lang erhalten.