Unreife Samen und junge Hülsen der Zuckererbsen verwenden wir roh und gegart. Markerbsen, die wir meist gefroren oder als Konserven kaufen, sind ebenfalls nicht reif. Ausgereifte Palerbsen weichen wir vor dem Kochen ein. Futtererbsen haben einen strengen Geschmack und dienen auch als Gründüngung.
Schon in der Jungsteinzeit, vor ca. 10.000 Jahren, wurden Erbsen angebaut. Karl der Große, 700 n. Chr., war ein großer Erbsen-Fan.

Wissenschaftlicher Name
Pisum sativum L.

Saat / Pflanzung / Ernte
Aussaat: März bis Juni, Oktober ins Freiland.
Gepflanzt oder umgesetzt werden Erbsen-Jungpflanzen nicht.
Ernte: Juni bis August, April (bei Aussaat im Oktober).

Saat-/Pflanzhinweise
Kornabstand von 3-10 cm, bei hohen Sorten bis 20 cm.
Saattiefe von 3-5 cm in einer 5-10 cm tiefe Furche gesät.
Geerntet werden die unreifen oder reifen Früchte mit ihrem Fruchtstiel.

Pflege
Häufeln, hacken, hohe Sorten sind für Rankhilfen dankbar (z.B. Reisig, Zäune).
Nicht mulchen. Beim Aufgang Flatterbänder als Schutz vor Tauben spannen.

Häufige Probleme
Blattläuse, Erbsenkäfer, Erbsenwickler, Mehltau, Vogelfraß (Samen, Jungpflanzen).

Gute Nachbarn
Fenchel, Gurken, Kohl, Mais, Möhren, Radieschen und Rettich, Salat, Sellerie, Spinat, Zucchini.
Mögliche Vorfrüchte sind z.B. Bete und Mangold, Kartoffel und Kohl.
Mögliche Nachfrüchte Bete, Endivie, Feldsalat, Gurke, Kartoffel, Kohl, Kürbis, Mangold, Möhre, Porree, Radies, Salat, Spinat, Tomate und Zwiebel.

Schlechte Nachbarn
Gartenbohne, Kartoffel, Knoblauch, Porree, Tomaten, Zwiebel.

Ertrag
Bei Zuckererbsen: etwa 0,4 kg Hülsen („Schoten“) je laufenden Meter.

Lagerung
Lagerung Frische Erbsen sollten innerhalb weniger Tage verwertet oder am besten gleich eingefroren werden. Getrocknete Erbsen halten sich dagegen dunkel und gut verschlossen gelagert jahrelang.

Erbsen werden möglichst früh im Jahr gesät, am besten von März bis April oder als Wintererbsen im Oktober/November. Im ersten Jahr nach der Neueinrichtung eines Ackers sollte man auf Erbsen verzichten. Hohe Sorten ranken gut an Zäunen oder in den Boden gesteckten Reisern.

Mit einem Kornabstand von 3 – 10 cm, bei hohen Sorten bis 20 cm, werden die Samen 3 – 5 cm tief in eine 5 – 10 cm tiefe Furche gesät. Beim Auflaufen kann Vogelschutz erforderlich sein (Tauben!). Je weiter der Kornabstand, desto mehr Platz hat jede Pflanze. Nach der Keimung ebnen wir die Furche allmählich ein und häufeln anschließend bis zum untersten Blattansatz, um die Standfestigkeit der Pflanzen zu verbessern. Nicht mulchen.

Geerntet werden die unreifen oder reifen Früchte mit ihrem Fruchtstiel. Regelmäßiges Abernten regt die Pflanze an, weiter zu blühen und zu fruchten.

Fun Facts
Erbsen sind eines der wenigen Gemüse, die in Märchen Erwähnung finden. Aschenputtel musste Erbsen verlesen. August Kopisch setzte den Erbsen in seiner 1836 erschienenen Ballade “Die Heinzelmännchen zu Köln” ein literarisches Denkmal. “Erbsenzähler” ist eine ironische Bezeichnung für kleinliche und pedantische Menschen, die alles sehr genau nehmen und auf Vollständigkeit achten.

Zur Pflanze
Erbsen sind einjährige, bis 0,5 – 2 m hoch rankende Schmetterlingsblütler (Leguminosen) mit ein- bis dreiteiligen Blattranken am Ende der gefiederten Laubblätter. Die Pflanzen blühen grünlich bis rein weiß, blass bis kräftig rosa, selten auch purpurn oder violett. Die Fahne ist bei den buntblühenden Erbsen meist heller als Flügel und Schiffchen und wird von auffälligen Adern durchzogen. Die Früchte sind 5 – 10 cm lange Hülsen, die mehrere Samen enthalten. Die Farbe der unreifen Hülsen variiert von gelb- über sattgrün bis grau und blauviolett. Die reifen Samen haben gelbe oder grüne Keimblätter. Die Samenschale ist durchscheinend oder weiß, gelb, grau, grün, braun, sogar schwarz, dabei einfarbig oder gesprenkelt.

Die Wildformen sind von Nord-Afrika und Süd-Europa bis Asien beheimatet. Angebaut werden Erbsen seit der Jungsteinzeit, als sich Ackerbau und Viehzucht im „Fruchtbaren Halbmond“, dem mondförmigen Nordrand der Syrischen Wüste, entwickelten und sich von dort aus u.a. nach Europa verbreiteten. Die archäologischen Funde kultivierter Erbsen sind bis zu 10.000 Jahre alt.

Nutzung und Sorten
Bei der GemüseAckerdemie bauen wir nur Zucker- und Markerbsen an. Ausgereift haben beide meist etwas runzelige Samen, die sich nicht zum Kochen eignen. Unreif geerntete Markerbsen wie die der Sorten ’Blauwschokkers‘, ’Kelvedon Wonder‘ und ’Salzmünder Edelperle‘ schmecken angenehm süß-aromatisch. Es sind die typischen Konserven- und Mischgemüse-Erbsen. Die früh reifende ’Sima‘ eignet sich gut für den Überwinterungsanbau. Kaiserschoten und Zuckererbsen (in Österreich und der Schweiz auch „Kefen“ genannt) unterscheiden sich von ihnen durch das Fehlen einer Pergamentschicht in der Frucht. Die „Schoten“ (richtig: Hülsen) werden also nicht zäh und daher gern als Ganzes mit den unreifen Samen darin roh oder kurz gegart verzehrt. Bekannte Sorten sind ’Ambrosia‘, ’Graue Buntblühende‘, ’Norli‘, ’Posthörnchen‘ und ’Schweizer Riesen’.

Die ältesten, bis heute erhalten gebliebenen kultivierten Erbsen sind die Acker-, Felderbsen oder Peluschken. Sie dienen heute als Tierfutter und Gründüngung. Die ausgereiften, glattschaligen Samen der Pal- oder Schalerbsen werden hauptsächlich als Trockenerbsen für deftige Erbsensuppe und Erbspüree genutzt. Früher wurde Erbsenmehl auch dem Brotmehl beigemischt. Als Mischgemüse, in Eintöpfen, Suppen, Wok- und Pfannengerichten verwendet, erfreut sich die Erbse großer Beliebtheit. Gedünstete Kaiserschoten sind am ehesten in der gehobenen Gastronomie zu finden.

Verarbeitung
Erbsen werden sehr vielfältig zubereitet, z. B. als Püree, Eintöpfe und Suppen oder sind in Wok- und Pfannengerichten als Mischgemüse zu finden. Kurze Garzeiten erhalten die Vitamine.

Inhaltstoffe
Erbsen enthalten viel Protein. In trockenen, reifen Erbsen ist meist doppelt so viel Eiweiß enthalten wie in unreifen, frischen. Trockenerbsen sind daher häufig Bestandteil einer vegetarischen oder veganen Kost, ähnlich wie z.B. Linsen.
Junge Gemüseerbsen enthalten reichlich Kohlenhydrate (12 g/100 g Frischmasse) und Protein (6,6 g), darüber hinaus viel Kalium (305 mg/100 g Frischmasse) und Phosphor (110 mg), Magnesium (35 mg) und Kalzium (25 mg). An Vitaminen sind 25 mg Vitamin C und rund 2,4 mg Niacin erwähnenswert. Reife Trockenerbsen sind sehr nährstoffreich. Sie enthalten bis zu 43 g an Kohlenhydraten, bis zu 23 g Protein, knapp 17 g Ballaststoffe und dabei nur 1,4 g Fett.

Erbsen gelten als Selbstbefruchter, d.h. man kann mehrere Sorten nebeneinander anbauen, ohne dass es zu Kreuzungen kommt. Gregor Mendel hat sich dies zunutze gemacht und über zahllose von Hand durchgeführte Kreuzungen die Vererbungsregeln entdeckt. In südlichen Gebieten kommt es dennoch häufiger zu spontanen Kreuzungen als im Norden, da dort Holzbienen (Xylocopa spp.) vorkommen.

Um Erbsen-Saatgut zu gewinnen, lässt man die Früchte gesunder Pflanzen vollkommen ausreifen. Die reifen Hülsen werden geerntet und gedroschen, von Hand ausgepalt oder auf einer Plane ausgetreten und dann gereinigt. Auf Schädlingsbefall achten (befallene Samen entfernen). Erbsenkäfer legen winzige Eier. Die Nachkommenschaft schlüpft erst viel später im Lager. Daher die in dicht schließenden Gefäßen trocken, kühl und dunkel gelagerten Vorräte immer wieder auf einen möglichen Befall durchsehen. Befallene Vorräte zurücktrocknen und mehrere Male im Abstand von mindestens vier Wochen für 2 – 3 Tage in die Tiefkühltruhe geben. Nur die Larven und die Käfer werden so abgetötet. Eier und Puppen überleben. Je nach den Lagerbedingungen bleiben gut ausgereifte Erbsen 4 – 5 Jahre oder länger keimfähig. Das Tausendkorngewicht der Markerbsen schwankt zwischen 380 und 450 g, das der Zuckererbsen zwischen 180 und 375 g.