H2O – alle Lebewesen brauchen Wasser, auch Pflanzen. Denkt man an seinen Garten, fällt einem jetzt im Sommer als erstes und wichtigstes Utensil die Gießkanne ein, 5 l für die Kinder, 10 oder 20 l für Erwachsene. Natürlich mit Brause. Eine elende Schlepperei das Ganze. Große Gärten, ausgedehnte Äcker – da bedarf es schon ordentlicher, leistungsfähiger Bewässerungssysteme. Kein saftig grüner Fußballrasen ohne allabendlich angestellte Sprenger. Viel hilft eben viel. Aber muss wirklich so viel gewässert werden?

Wasserspecial

Wie richtig gießen?

Früh am Morgen ist die beste Zeit, um zu hacken, zu jäten und zu gießen. Gegossen wird nur, wenn die Pflanzen schon morgens schlapp aussehen oder wenn sie im Wachstum seit der Pflanzung kaum Fortschritte gemacht haben. Bekommen die Kartoffeln während der Blüte nicht ausreichend Wasser, bleiben die Knollen klein. Wird unregelmäßig gegossen, platzen sie auf.

Am besten läßt man die Brause weg und nimmt abgestandenes, nicht zu kaltes Wasser, das ausgiebig zwischen die Pflanzen gegossen wird, ohne diese direkt zu benetzen. Das macht es den Pilzen schwerer, die Blätter zu infizieren: Mehltau, Braunfäule und Konsorten. Sobald das Wasser weggesickert und der Boden trocken ist, wird gründlich gehackt und gejätet. Durch das Hacken werden die Kapillaren im Boden zerstört und das Wasser kann weniger gut verdunsten. Die Kapillaren könnt ihr euch als Strohhalm im Boden vorstellen. Durch das Hacken wird der Strohhalm abgeknickt und bietet der Flüssigkeit somit keine Möglichkeit mehr nach oben auszuweichen.

Achtung: Auch auf den Wegen gibt es Bodenkapillaren, die das Wasser aus den Beeten heraus und von den Pflanzenwurzeln wegziehen. Es ist also sehr sinnvoll, auch die Wege zu hacken.

Der Schutz für Trockenheit – Mulch

Eine weitere Möglichkeit, um euren Boden vor der sommerlichen Trockenheit und Hitze zu schützen, bietet das Mulchen. Wo gemulcht wurde, bleibt die Erde auch nach langer Trockenheit feucht. Der Wind kann hier nicht angreifen, und die Feuchtigkeit bleibt im Boden. Ein schöner Nebeneffekt beim Mulchen: Unkräuter haben es schwerer, sich in den Beeten anzusiedeln.

Anders sieht es auf nicht gemulchten Äckern aus. Wird hier nicht regelmäßig gehackt, zieht der Wind das Wasser über die Bodenkapillaren aus der Erde. Mit den Gemüsepflanzen konkurrierende Unkräuter machen sich breit, zunehmend wärmeliebende und Trockenheit ertragende Hooligans wie Borsten- und Fingerhirse-, Gänsefuß-Arten und Portulak beherrschen das Bild. Die Wurzeln konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, die oberirdischen Pflanzenteile um Licht. Wenn man ihnen jetzt nicht hilft, ziehen unsere Gemüsepflanzen den Kürzeren.