Wenn du keinen Garten hast, kannst du dir auch einen kleinen Gemüsegarten auf dem Balkon oder auf der Fensterbank im Zimmer anlegen.

Katharina Kühnel

Balkon – der Garten im Blumenkasten

Wenn du es geschickt anfängst, kannst du auf dem Balkon einen richtigen kleinen Garten anlegen. Für gewöhnlich halten die Balkone auch jede Menge Ballast aus. 400kg pro m² sind die regulären Belastungsgrenzen. Das sind 5 Personen mit jeweils 80kg Gewicht – man müsste also schon ziemlich dicht stehen, um diese Grenze zu erreichen. Also keine Angst! Dennoch bringen Erde und Kübel einiges an Gewicht auf die Waage. Das kann man sehr gut mit Kindern überprüfen: Wie viele Kinder mit deinem Gewicht kann der Balkon tragen? Und bist du wohl schwerer oder leichter als der volle Kübel?

Auch bei der Planung des Balkons können deine Kinder helfen – denn auch hier musst du eine Bestandsaufnahme von vorhandenen Flächen, Kübeln und Töpfen machen. Für Gemüsesorten wie Radieschen oder Mohrrüben, benötigst du einen hohen Kasten, da es bei diesem Gemüse auf die Wurzeln ankommt. Und die brauchen einfach Platz, um dick und lang zu werden.

Wichtig für die Planung ist allerdings nicht nur die Frage des Platzes, sondern vor allem die Frage der Licht- und Hitzeverhältnisse: Ein nach Süden gerichteter Balkon ist im Frühling ideal, im Sommer für viele Gemüsesorten zu heiß – dann solltet ihr vor allem absolut hitzeverträgliche Pflanzen wie Tomaten, Chili oder auch Aubergine dort anbauen. Vielleicht müsst ihr also einen Sonnen- und Windschutz bauen? Oder im Gegenteil – ein paar Sockel aufstellen, damit die Pflanzen genügend Sonne erhalten? Wieviel Platz geht dann für die Pflanzen drauf und habt ihr dann noch ausreichend Platz für das gemeinsame Abendbrot oder das gemeinsame Getränk im Sommer? Nicht, dass an unserer Lieblingsstelle später die Pflanzen stehen!

Fensterbank – der Garten im Blumentopf 

Reserviere Ost- oder Westfenster für deine Gemüseanzucht auf der Fensterbank. Somit stellst du sicher, dass die Pflanzen immer ausreichend Licht haben.

Auch bei der Planung der Fensterbänke können deine Kinder helfen – denn auch hier musst du eine Bestandsaufnahme von vorhandenen Flächen, Kübeln und Töpfen machen. Wieviel Platz hast du überhaupt? Du kannst gemeinsam mit den Kindern Schablonen von den freien Fensterflächen erstellen und diese dann zum Einkauf von Töpfen und Kübeln mitnehmen – so können deine Kinder besser nach geeigneten Töpfen suchen.

Du kannst mit deinen Kindern überlegen, wie sonnig oder schattig deine Fensterbänke sind. Wo nimmt die Sonne ihren Lauf und wie viele Stunden direktes Sonnenlicht würden die Pflanzen wohl bekommen? Im Winter scheint die Sonne natürlich nicht so prächtig und auch der Stand der Sonne ändert sich, aber an manchen klaren Tagen lässt sich mit den Kindern dennoch erkunden, welches die sonnigsten Flächen bei dir zu Hause sind.

Wichtig ist, dass du von deinem kleinen Nutzgarten auf der Fensterbank nicht zu viel erwartest. Sei nicht enttäuscht, wenn die Ernte nicht so üppig ausfällt. Freu dich einfach über die kleine Ernte und lass sie dir schmecken.

 

Im Februar Newsletter beschreiben wir, welche Gemüsesorten in Blumenkästen auf dem Balkon und drinnen auf der Fensterbank am besten wachsen, warum Licht so wichtig ist und was du noch alles beim Thema Anbauplanung bedenken musst.