Katharina Kühnel

 

Die Beschaffenheit und die Eigenschaften des Bodens können sehr unterschiedlich sein. Es gibt braune und gelbe, schwarze und rote Erde. Trockenen Wüstensand und feuchten, fruchtbaren Lehm. Moorböden sind sauer und torfhaltig, Sandböden leicht und Tonböden schwer und undurchlässig. Dazwischen findet man alle möglichen Mischungsverhältnisse.

Der Handtest

Sicherlich interessiert dich, wie dein Gartenboden beschaffen ist. Für eine genaue Analyse braucht es eine Reihe von Tests, jedoch kannst du einen guten Eindruck gewinnen, wenn du mit deinen Kindern einen Handtest durchführst: Mit ihm kannst du etwas über die Zusammensetzung und Qualität des Bodens erfahren.

Das geht so:

  • Nehmt zwei Hände voll Erde aus eurem Garten. Natürlich kann es sein, dass der Boden draußen sehr nass oder gefroren ist, dann müsst ihr etwas warten.
  • Rieselt die Erde leicht durch die Finger? Ungefähr so wie der Sand an einem Strand? In diesem Fall besteht die Erde zu einem großen Teil aus Sand, und Sand besteht aus winzig kleinen Steinchen.
  • Wenn ihr die Erde dagegen zu richtigen Kugeln oder anderen Formen kneten kannst, dann habt ihr Ton- oder Lehmboden in der Hand. Je fester die Kugel oder Rolle gedreht und geformt werden kann, ohne dass sie wieder zerbröselt, desto tonhaltiger ist der Boden.
  • Hält der Ball allerdings doch nicht so recht zusammen, dann steckt viel Humus drin, und das ist für Gemüseanbau sehr gut.

Besonders spannend ist es übrigens, unterschiedliche Böden zu vergleichen. Sammelt doch gemeinsam verschiedene Bodenproben vom Garten der Nachbarn, der Schulfreunde, vom Schulgarten, Spielplatz oder dem Park nebenan – gibt es Unterschiede?

Und was sagt uns die Handprobe?

Sandige Böden lassen sich zwar recht leicht bearbeiten, aber ihnen fehlt es an Möglichkeiten, Wasser zu speichern und Nährstoffe für die Pflanzen bereitzuhalten. Hier müsst ihr in den kommenden Jahren besonders darauf achten, mithilfe von Flächenkompostierung und ggf. Zugaben von Stein- und Tonmehl den Boden anzureichern.

Humushaltige Lehmböden sind eine sehr gute Voraussetzung für den Gemüseanbau. Bodenbedeckung, Flächenkompost und Fruchtwechsel erhalten und vermehren die Fruchtbarkeit der lehmigen Erde.

Bei sehr tonhaltigen Böden hingegen – also bei Böden, deren Korngrößen sehr,  sehr fein sind – werdet ihr allerdings gefordert sein: der Boden lässt sich sehr schwer bearbeiten und wird schnell hart und klumpig. Dann müsst ihr viel Zeit in das Auflockern des Bodens investieren, vor allem nach starken Regenfällen. In die Pflanzlöcher könnt ihr im Frühjahr humushaltige Muttererde einarbeiten. Das wird helfen, die Bodenstruktur langfristig zu verändern. Tiefwurzelnde Gründüngung lockert den Untergrund ebenfalls – und auch hier gilt es, dauerhaft die Struktur des Bodens durch Flächenkompostierung bzw.  Mulchwirtschaft zu verbessern.